Nicht-Auffallen war die Erziehungsmaxime meiner Eltern. Als Arbeiterkind und als Mädchen gehorchen gelernt. Nicht mehr ganz bildungsfern, aber ohne Selbstbewusstsein. Der zugewiesene Platz sollte gut mit Bescheidenheit ausgefüllt werden. Zurückhaltung wird antrainiert. Die Sterne fielen nicht vom Himmel und deine Arme sind so und so nicht lang genug.
Bis zum Umfallen gelernt, gute Noten bekommen. Die Matura sollte es werden. Als erste in der Familie. Obwohl die Eltern skeptisch waren, keine Bilder im Kopf. Was sollte aus dem Mädel dann werden – mit Matura? Die Lehrerin setzte sich durch, die Handelsakademie wurde es. In der Bank freundlich lächeln war eine Möglichkeit und in der Buchhaltung arbeiten – darunter konnten sie sich was vorstellen.
Ja, kein Durchfallen bei der Matura, dann wäre das Schulgeld verloren gewesen und die Jahre auch. Hieß es. Aber auch nicht zu gut sein, dass hätte die Familie nicht ausgehalten. Ein Studium war was für die anderen.
Unausgesprochene Fragen: Wohin will sie? Ist sie noch eine von uns? Und meine Frage: Bin ich noch eine von ihnen?
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