Wenn ich nichts tue, dann tue ich nichts. Aber was ist dieses Nichts? Es füllt Zeiteinheiten, schlüpft in Sätze, es ist da im Nichtdasein.

Das Nichts lässt sich nicht wiegen, nicht messen, einzig die Zeitdauer könnte ich beziffern. Ich habe 2 Stunden nichts getan.

Manchmal bezieht sich das Nichts auf – es kann nicht beschrieben werden. Es gibt keinen Beweis. Ich habe damit nicht das Vergehen der Zeit belegt, keinen Nachweis erbracht, dass ich sie gut verwendet habe, meine Zeit. Es gibt keine Zeugen, niemand hat dieses Nichts gesehen, niemand weiß von der Existenz des Nichts.

Manchmal ist das gesagte Nichts mit Scham beladen. Denn vielleicht habe ich ein Schläfchen eingeschoben, eine Serie ohne Prädikat wertvoll gesehen, Löcher in die Luft gestarrt (vielleicht sind die schwarzen Löcher nur die Summe der von vielen in die Luft gestarrten Löchern – sozusagen das Gesamt-Nichts).

Manchmal ist das Nichts, aber tatsächlich ein Nichts mit Atmen und Herzklopfen, weil das muss ja sein, denn sonst wird das Nichts schnell zu was anderem, einem endgültigen Nichts.

Mein Nichts macht sich allerdings bemerkbar durch die Sofakuhle, die von Nichts zu Nichts tiefer wird, an der Decke, die fusseliger wird, am Staub, der immer mehr wird und an den schwarzen Löchern, die immer tiefer werden. 

Eigentlich will ich das Nichts nicht bei mir zu Hause haben, aber nichts kann es hindern zu bleiben und das Sofa abzusitzen. Vielleicht machen ich die verschiedenen Nichts miteinander bekannt, dann belästigen sie mich weniger. Nichts wäre mir lieber.

26.01.2026

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